Teurer Flop Touristensteuer auf Teneriffa

Teurer Flop: Touristensteuer auf Teneriffa kostet Einheimische 700.000 Euro

Touristen müssen an mehreren Punkten auf Teneriffa eine "Ökosteuer" bezahlen. Was als Erfolgsmodell angekündigt wurde, verbrennt aktiv Geld.

 

Die Masca-Schlucht gehört zu den schönsten, aber auch anspruchsvollsten Wanderungen auf Teneriffa.


Die Masca-Schlucht bleibt Teneriffas Sorgenkind. Schlagzeilen generiert einer der schönsten und lange Zeit gefährlichsten Wanderwege der Kanaren-Insel seit Jahren. Nun kommt eine weitere hinzu.

Die Schlucht zieht jedes Jahr Tausende Besucher an. So viele, dass Teneriffa sie aufwendig sanieren ließ. Immer wieder kam es vorher zu schweren, teils tödlichen Unfällen. Auch der Fall des Verschwindens von Jay Slater hatte maßgeblich mit dem unwegsamen Gelände von Masca zu tun.

Um die Schlucht vor zu vielen Besuchern zu schützen und zugleich erste Erfahrungen mit einer Steuer für Touristen zu sammeln, wurde in Masca eine „Ökosteuer“ für Auswärtige eingeführt. Damit einher ging das klare Zeichen an die Bevölkerung: Wer Teneriffa besucht und die Natur nutzt, soll auch dafür bezahlen. Doch der Schuss ging deutlich nach hinten los:

„Touristensteuer“ in Masca kostet Teneriffa 700.000 Euro

Aus der Abrechnung der Inselverwaltung mit dem beauftragten Unternehmen „Tragsa“ geht hervor, dass 1,81 Millionen Euro ausgegeben wurden. Die Zahlungen flossen unter anderem in die Zugangs-Regulierung und das Besucherzentrum, in dem sich Besucher der Masca-Schlucht an- und abmelden müssen.

Den Kosten stehen Einnahmen von 954.750 Euro gegenüber. In der Vollkostenbetrachtung und nach Abzug weiterer Einnahmen verbrannte die Touristensteuer in Masca gut 700.000 Euro.

Teneriffas Opposition sieht darin „ein Scheitern des Modells von Rosa Dávila“. Die Präsidentin der größten Kanaren-Insel hatte den Eintritt zur Masca-Schlucht sowie Eintrittsgelder für den Teide als Erfolgsmodell angekündigt.

Kurtaxe vs. Ökosteuer auf Teneriffa

Kritik gab es vor allem an der Entscheidung, keine grundsätzliche Kurtaxe zu verlangen, sondern an verschiedenen Punkten Teneriffas einzelne Kassenhäuschen mit entsprechenden Kosten aufzubauen. Die Insel-Regierung konterte das unter anderem mit dem Verbraucherprinzip statt allgemeiner Kosten für jeden Besucher und mit einem Verweis auf die Einnahmen. Doch die bleiben nun aus.

Statt positiven Umsätzen könnten nach ersten Hochrechnungen bis Ende 2027 weitere 900.000 Euro Defizit aufgebaut werden. Fällig werden die Ausgaben für den Zugangsdienst und die Busse, die neuerdings Besucher nach Masca bringen. Um die Straßen zu entlasten, waren zusätzlich auch eine Zufahrtsbeschränkung für Autos und ein Shuttle eingeführt worden.

Quelle: https://www.teneriffa-news.com